Ganz viel Kreativität – einfach nur für mich
Das Jahr 2021 war für mich ein ziemlich kreatives Jahr. (Auch wenn es nach aussen nicht so scheint, ich weiss.) Ich hab so viel gestaltet wie schon lange nicht mehr und je mehr ich mich drauf eingelassen habe, desto mehr Ideen kamen.
Gezeigt habe ich eher wenig von diesen kreativen Ergebnissen. Ich habe dafür ziemlich stark gemerkt, dass sich mein Fokus die letzten Jahre etwas verschoben hat.
Früher war ich kreativ, habe gelettert, gemalt und gebastelt, weil es mir einfach unglaublich viel Spass gemacht hat. Irgendwann hat sich dieser Fokus verschoben und im Mittelpunkt standen immer Gedanken wie “Was macht sich gut um auf Instagram zu zeigen? Was könnte ich machen, was sich gut für einen Blogartikel eignet?”

Wie ich feststellen musste, hat mich das ziemlich gehemmt und die Freude am Kreativsein ging etwas verloren. Ich bin unglaublich froh, habe ich diese Freude dieses Jahr wieder gefunden. Ich habe einfach gelettert, gemalt und gebastelt weil ich Lust darauf hatte und weil es mir Spass macht. Es war mir häufig total egal, ob das jetzt irgendwie “vorzeigbar” wird oder nicht und ich hab mich auch nicht mehr so unter Druck gesetzt, dass ich jetzt unbedingt etwas posten muss.
Dieses Gefühl tut unglaublich gut und ich habe mir fest vorgenommen, auch weiterhin vor allem kreativ zu sein, weil ich es will, weil es mir Spass macht und weil es mir gut tut. Wenn sich daraus ein Post ergibt, ist das super. Wenn ich dann anschliessend auch noch Lust darauf habe, ein Foto zu machen, ist das perfekt. Und wenn nicht, ist es auch voll okay. Denn die Zeit, die ich kreativ verbracht habe, die hat mir gut getan. Die hab ich mir für mich genommen und das ist das Allerwichtigste am Kreativsein.
Jetzt gilt’s ernst: Ganz oder gar nicht
Das Jahr 2021 hat für mich eine riesige Veränderung gebracht. Ich hab meinen Job als Radiomoderatorin gekündet und mich Selbständig gemacht.
Ganz nach dem Motto: Wenn ich es jetzt nicht probiere, dann mache ich es wohl nie. Und irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem ich es bereue, es nicht probiert zu haben.
Wie es dazu gekommen ist, ist eine längere Geschichte und ich erzähle die gerne mal etwas ausführlicher in einem separaten Blogbeitrag. Heute deshalb die Kurzfassung.
Schon länger hatte ich das Bedürfnis, mehr Energie, Zeit und Kraft in die Herz-Kiste stecken zu wollen. Ich wollte mehr Blogbeiträge schreiben, regelmässige Newsletter mit Inspiration verschicken und dich richtig gut und fundiert auf deiner Lettering-Reise unterstützen können.
Nebst der Arbeit und meinem Privatleben blieb aber einfach viel zu wenig Zeit und vor allem auch viel zu wenig Energie. Ich wollte mehr machen, fand aber nach einem anstrengenden Tag auf der Arbeit keine Energie und wollte auch meine Familie und Freunde nicht hinten an stellen.
Nachdem es auf der Arbeit einige Veränderungen gab und ich gemerkt habe, dass ich nach 7 Jahren einfach mal wieder eine neue Herausforderung brauche, habe ich gekündigt und hatte im August meinen letzten Arbeitstag beim Radio.

Dieser Entscheid fiel mir überhaupt nicht einfach. Ich habe die Arbeit als Moderatorin extrem geliebt und nebst vielen schlaflosen Nächten gab es auch einige Tränen. Abschiede finde ich sowieso immer schwierig und auch wenn es meine freie Entscheidung war, fiel es mir nicht leicht zu gehen und eine so tolle Arbeit hinter mir zu lassen.
Auf Teilzeit zu reduzieren (und so nebenbei eine Selbstständigkeit aufzubauen) war aber nicht möglich und so musste ich mich entscheiden: Wähle ich Sicherheit, Bequemlichkeit, einen Job der mir gefällt, aber der mich nicht mehr wirklich herausfordert? Oder höre ich auf mein Herz und wage den Sprung in die Selbständigkeit?
Ich wusste, wenn ich diese Entscheidung nicht jetzt treffe, dann werde ich es vermutlich nie wagen und irgendwann bereuen. Also habe ich alles auf eine Karte gesetzt und arbeite seit Mitte September (nach einem wunderbaren Urlaub) von zu Hause aus. Meine Energie und meine Zeit fliesst nun voll in die Herz-Kiste.
Ganz viele erste Male
Sich Selbständig machen heisst, es gibt wahnsinnig viel Neues. Mein Jahr 2021 war also geprägt von ganz vielen ersten Malen und neuen Dingen, die ich ausprobiert und gelernt habe.
Im Juni 2021 hatte ich meinen ersten Offline-Workshop in Schlosswil. Drei Mal hab ich den Aquarellworkshop für Anfänger:innen ausgeschrieben und 14 Leute haben sich dafür entschieden, mir zu vertrauen und meine ersten Workshops zu besuchen.

Das hat mich auf meinem Weg extrem bestärkt und ich bin noch heute unglaublich dankbar über alle diejenigen, die mich in den ersten Monaten unterstützt haben, meine Kurse besucht haben und mir so tolle Rückmeldungen gegeben haben.
In Schosswil durfte ich dieses Jahr insgesamt 10 Workshops halten und ich liebe es, wie die Zeit nur so verfliegt und der Raum gefüllt ist mit Kreativität, Freude, Stolz und ganz vielen Aha-Momenten. Das ist einfach unbeschreiblich.

Ich habe ja schon seit dem ersten Lockdown im Frühling 2020 meinen Brush Lettering E-Mailkurs. In diesem Jahr ging es aber nicht nur darum, einen Kurs zu erstellen, sondern damit auch Geld verdienen zu können. (Und ja, das sind definitiv zwei paar Schuhe, wie ich merken musste.)
Selbständig zu sein heisst nämlich, dass Ende Monat nicht automatisch ein Lohn aufs Bankkonto kommt. Die Rechnungen bleiben aber. Also musste ich langsam lernen, unternehmerisch zu denken. (Oder habe zumindest damit angefangen… Ich glaube, das lernt man nicht einfach so von heute auf morgen. ;-))
Anstatt die vielen Ideen die ich habe (und wovon ganz bestimmt einiges kommen wird im nächsten Jahr) einfach mal zu machen, bin ich dran, ein Fundament zu bauen. Ich weiss, dass das unglaublich wichtig ist und mir in Zukunft viel Arbeit, aber auch Frust ersparen wird.
Auf vielfachen Wunsch und auch, weil Offline-Workshops wieder schwieriger wurden, habe ich dazu mein Online-Angebot ausgebaut dieses Jahr.
Mein wichtigstes Ziel ist es immer, dich so gut wie möglich unterstützen zu können. Daher habe ich ein Lettering-Training entwickelt. Während 4 Wochen durfte ich im November 10 geniale Frauen darin unterstützen, ihre Brush Lettering Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Wir haben uns jede Woche online getroffen und es hat nicht nur Spass gemacht sondern hat mich so unglaublich gefreut zu sehen, wie sich die Letterings von diesen Frauen in so kurzer Zeit schon so toll verändert und verbessert haben.
Auch einen Weihnachtskarten-Workshop habe ich online angeboten. Das war zugegebenermassen schon etwas gewöhnungsbedürftig im ersten Moment. Bei einem Workshop vor Ort sehe ich genau, wo noch Fragen offen sein könnten und was ich nochmal zeigen kann. Auch sehe ich auf einen Blick, wie viel Zeit meine Kursteilnehmer:innen noch brauchen. Dieses direkte Feedback fehlt etwas bei einem Workshop via Zoom. Ich durfte aber merken, dass sich die Kursteilnehmer:innen bei Fragen schon melden und es zwar anders ist, als vor Ort. Aber nicht weniger Spass macht. Die Rückmeldungen zu diesen Workshops waren zudem sehr positiv und ich hab mich so unglaublich über die vielen tollen Karten gefreut, die entstanden sind.
Ich selber lerne ja auch immer dazu und ich kann an dieser Stelle einfach nur Danke sagen an alle diejenigen, die mit mir diese Reise gestartet haben und mich bis jetzt unterstützt haben. Ich weiss, dass noch nicht alles immer so läuft wie es sollte/könnte, aber ohne diese Unterstützung müsste ich mir wohl wieder eine Festanstellung suchen. Es bedeutet mir daher so unglaublich viel, dass ihr so viel Vertrauen in mich habt. Dass ihr meine Kurse besucht, auch wenn ich viele davon dieses Jahr zum ersten Mal durchgeführt habt. Ihr bestärkt mich auf meinem Weg und ich kann an dieser Stelle echt einfach nur Danke sagen!
Einfach ist es nicht, wenn man auf einmal alles selber macht. Ich bin jetzt gleichzeitig CEO, mache Marketing und Kundensupport, entwickle Produkte (und mache noch so vieles mehr) und versuche trotzdem zwischendurch noch kreativ zu sein.
Aber es ist sosososo unglaublich wertvoll, dieses Vertrauen zu spüren und so tolle Rückmeldungen zu bekommen. Denn genau darum habe ich mich schlussendlich ja Selbständig gemacht. Damit ich euch noch viel mehr inspirieren kann, Zeit und Energie für neue Ideen und Projekte habe und die auch zeigen kann, so dass auch du kreativ werden kannst.
Liebe Debby, obwohl ich einiges ja schon wusste, fand ich deinen Rückblick sehr spannend. Vieles kann ich wirklich nachfühlen. Und schade, dass ich nicht zu den Lettering Days kommen konnte, sonst hätten wir uns dort getroffen. 🙂 Vielleicht 2022?
Ich bin gespannt, was 2022 dir bringen wird!
Liebe Grüße, Melanie
Hach du Liebe, danke dir für deinen Kommentar und deine Worte! <3 Ja, das wäre echt toll wenn wir uns im 2022 irgendwo mal persönlich treffen! Darauf freu ich mich schon jetzt 😉 Fühl dich gedrückt!