Mein Name ist Tanja, auf Instagram heiße ich poejpoej, was eigentlich Pøj Pøj geschrieben wird, dänisch ist und Viel Glück, Hals und Beinbruch bedeutet. Ich wohne in Bremen, schon immer. Ich liebe meine Stadt, möchte manchesmal woandershin, dann packt mich das Fernweh, jedoch bleibe ich immer (bis auf einmal) im sicheren Hafen.
Meine Tochter meint immer, ich sei 29 Jahre alt, was natürlich nicht stimmt, denn dann hätte ich das erste meiner beiden Kinder mit 11 Jahren bekommen!

Wie bist du zum Lettering gekommen?
Ich habe schon immer gerne geschrieben.
In der Grundschule hatte ich im Fach „Schönschrift“ nur die Note 3. Es wurde gesagt: „Für eine Grundschülerin hat Tanja eine zu ausgeprägte Handschrift!“ Vielleicht war das mein Anreiz, mich mit meiner Schrift zu befassen.
Ich mag Papier und Stifte (in jeglicher Form) schon immer. So kam ich dann auch mit 16 Jahren zur Kalligraphie. Die Formen der Buchstaben haben mich so fasziniert. Durch andere Interessen habe ich das Jahre aus den Augen verloren und bin dann durch die Sozialen Medien 2015 wieder auf meine alte Leidenschaft gestoßen. Nur nicht mehr in Form der Kalligraphie (meine Zeit ist da etwas zu knapp), sondern in Form des Letterings. Lange habe ich es nur für mich getan und mich nicht getraut, meine Werke zu posten. Nun, das habe ich jetzt jawohl überwunden (hüstel)!
Durch die tollen Challanges der vielen kreativen Leute bin ich ständig am Lettern und ausprobieren von neuen Techniken und Materialien. Es ist eine Art Meditation geworden, mein Ruhepol von meinem oft berufsbedingten stressigen Alltag.

Was gefällt dir / fasziniert dich so sehr am kreativen Schreiben?
Wie schon erwähnt entspannt es mich. Mein Focus ist bei Papier, Stift, Farbe und all den anderen schönen Dingen. Der Umgang mit diesen Materialien, guten Materialien ist für mich ein erhebenes Gefühl. Ich steichel über das Papier, fühle die Haptik von den ganzen Materialien. So ging es mir schon immer, auch bei Stoffen (ich nähe auch manchmal) und Wolle (häkeln und stricken geht auch). Es ist so wunderbar, und wenn dann auch noch ein tolles Ergebnis dabei rauskommt, umso besser! Es erfüllt mich, etwas entstehen zu sehen. Eine andere Form von Glück!
Woher holst du dir die Ideen zum Lettern?
Meine Inspirationen hole ich mir von Instagram, Pinterest, dem Alltag, Büchern und aus dem Leben an sich.

Wie gehst du vor bei einem Lettering?
Diese Frage kann ich gar nicht so leicht beantworten, denn in den seltensten Fällen habe ich einen Plan. Ich mache einfach.
Backen und Häkeln nach Anleitung – JA!
Kochen und Lettern – meist intuitiv!
Das Schlimmste daran ist, dass ich bei meinem Papierverbrauch immer ein schlechtes Gewissen habe. Denn, wenn es nicht gleich gelingt, was in mindestens 4 von 10 Fällen vorkommt, plagt es mich – Oje, die ganzen Bäume!

Welche „Technik“ bevorzugst du?
Ich mag alle analogen Techniken. Über die digitalen Techniken kann ich gar nichts sagen, ob ich sie toll finden würde, ich weiß es nicht, denn ich nutze sie nicht! Das Folieren hat es mir allerdings sehr angetan, es ist eine große Liebe. Es gibt da so zwei Personen (nicht wahr, Sandra und Jenny?), die mich damit echt angefixt haben!
Mit welchem Material letterst du am liebsten? (Stift, Papier, …)
Mein Lieblingsstift ist der Tombow Fudenosuke hart, mein liebstes Papier zum Lettern ist DCP von Clairfontaine, meine liebsten Aquarellfarben sind die Kuretake Gansaitambi klassisch und die Starry Colors, die beste Folie zum Folieren ist in meinen Augen die MINC Foil von Heidi Swapp, das beste Radiergummi für mich ist das Staedtler Mars plastic und mein liebster Bleistift ist der Blackwing 602.

Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste, damit ein Lettering schön aussieht?
Das ist etwas kniffelig. Jeder Mensch hat einen anderen Blick auf die Welt der Ästhetik. Es liegt, wie ja schon viele beantwortet haben, im Auge des Betrachters. Ich verlasse mich meist auf mein Bauchgefühl. Je nach Tagesstimmung kann das natürlich variieren.
Ich finde es toll, wenn man sich überhaupt mit Schrift und Papier auseinandersetzt (auch digital!), denn genau das verliert man im Alltag viel zu sehr aus den Augen. Jedem, der mit dieser Form des Buchstabenmalens anfangen möchte, kann ich nur motivierend sagen, „Übung macht den Meister!“.
Welche Tipps & Tricks helfen dir am Meisten?
Gerne gucke ich mir Videos auf YouTube und Anleitungen aus dem Internet an. Ich mag am liebsten, wenn ich in einem „echten“ Buch stöbern kann. Da kann ich mich verlieren, ich kann vorwärts und rückwärts blättern, kann es „begreifen“, denn das ist das Wichtigste für mich.
