Hey, ich bin Martina Johanna. Ich studiere Medieninformatik in Bremen und neben dem Studium dreht sich bei mir alles ums Handlettering. Ich gebe Lettering Workshop, darf hin und wieder an tollen Projekten arbeiten und ich liebe es sehr.

Wie bist du zum Lettering gekommen?
Meine Leidenschaft zum Hand Lettering fand ich 2014, in meinem Auslandsjahr im wunderschönen Amsterdam. Dort sah ich an jeder Ecke wunderschöne, handschriftlich gestaltete Fenster, Schilder, Tafeln und vieles mehr. Die Kunst der schönen Buchstaben und die Komposition verschiedener Schriftstile hat mich fasziniert, also begann ich selber damit Buchstaben zu malen und zeichnen.
Ein halbes Jahr später, habe ich dann das Lettering auf Instagram entdeckt und meinen Account @lettering_by_mj gestartet (damals hieß mein Account übrigens @letter.word.sentence, irgendwann hab ich ihn dann geändert).
Was gefällt dir / fasziniert dich so sehr am kreativen Schreiben?
Ich liebe es mit Buchstaben zu spielen und verschiedene Stile und Werkzeuge auszuprobieren. Von minimalistisch zu schnörkelig, von fett zu zart, mal mit Pinsel, mal mit Bleistift, es gibt so viele Möglichkeiten, obwohl es „nur“ Buchstaben sind!

Woher holst du dir die Ideen zum Lettern?
Die Ideen kommen meistens beim Ausprobieren, ganz nach dem Motto: Ran ans Werk und gucken was passiert. Auch Städte wie Amsterdam oder Berlin inspirieren mich sehr. Natürlich inspirieren mich auch andere Künstler – ich bin z.B. ein großer Fan von Hannah Rabenstein und Tim Bontan, aber ich versuche natürlich meinen eigenen Stil zu entwickeln.
Wie gehst du vor bei einem Lettering?
Meistens sehe ich das Bild / die Idee innerlich vor mir. Der schwierigste Schritt ist die Vorstellung aus dem Kopf auf das Papier oder das Objekt zu bringen. Während der Entwicklung höre ich immer auf Impulse. Das heißt, wenn mir plötzlich eine Idee kommt, dann bringe ich sie ein und lasse von meinen ursprünglichen Plan los.

Welche „Technik“ bevorzugst du?
Das wechselt tatsächlich von Tag zu Tag und hängt ganz doll von dem Ergebnis ab, das ich erzielen möchte. Ich freue mich aber z.B. immer sehr, wenn ich eine Kreidetafel gestalten darf. Mit Kreide kann man so schöne Effekte erzielen und irgendwie haben Kreidetafeln etwas schönes an sich. Was ich gerne mal ausprobieren möchte, ist mit Spraydosen zu arbeiten.
Mit welchem Material letterst du am liebsten? (Stift, Papier, …)
Ohhh ha, die Liste ist lang, aber besonders gerne benutze ich den schwarzen Pentel Color Brush Pen. Ich mag den schwarzen rough & dirty Charakter und es war mein erster Brushpen den ich mir gekauft habe. 2014 waren Brushpens noch nicht sehr verbreitet und die Auswahl war klein 😉 Der Pinsel ist etwas eigensinnig und nicht unbedingt einem Anfänger zu empfehlen, aber ich arbeitete trotzdem sehr gerne damit.

Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste, damit ein Lettering schön aussieht?
Ein gutes Layout! Zwar sollte genug Weißraum am Rand gelassen werden, aber zwischen den Zeilen wirkt zu viel Weißraum, als würden die Worte voneinander wegschweben. Mein Tipp: nutze den Platz und versuche die Zeilen ineinander zu verschachteln.

Welche Tipps & Tricks helfen dir am Meisten?
Keine Hektik! Wenn ich innerlich unruhig bin, wird es selten gut und das stresst mich dann noch mehr – ein Teufelskreis! Also schreibe ich vor dem Lettering alle meine TODO ́s auf eine Liste, dann sind die erstmal aus dem Kopf raus und ich kann mich ganz aufs Lettering konzentrieren. Wenn die Hand dann immer noch zu unruhig ist, stelle ich Musik an, die mich beruhigt, schließe die Augen und atme tief durch. Danach bin ich meistens konzentrierter und entspannter.
Wenn alles nichts bringt, erledige ein paar Todos von der Liste und probiere es später oder am nächsten Tag nochmal. Und natürlich Üben, üben und üben!