Ich bin Beyza, 21 Jahre alt und bin eine nicht ganz so fleißige Studentin.
Wie bist du zum Lettering gekommen?
In meiner Abizeit (2014), als ich mich vom lernen ablenken wollte, habe ich immer sehr viel Zeit auf Pinterest verbracht. Irgendwann sind mir dann so hübsche Schriftzüge ins Auge gestochen. Damals wusste ich aber noch nicht, dass sich das Ganze (Hand-)Lettering nennt. Ich hab mich jedenfalls später auch mal daran versucht (mit einfachen schwarzen Finelinern und Filzstiften).
Aber mir ist ganz schnell wieder die Lust daran vergangen, da es damals nicht so viel Inspiration und so eine riesen Community auf Instagram gab, oder vielleicht hab ich sie auch einfach nur nicht gefunden. Zwischendurch hatte ich immer mal wieder kleine Motivationsschübe und habe Karten oder ähnliches gebastelt.
Irgendwann bin ich dann auf die ganze Instagram Community aufmerksam geworden. Habe mir dann im Sommer 2016 meine ersten Brushpens gekauft, mit dem Brushlettering angefangen und dann auch ziemlich schnell meinen Instagram-Account gegründet.

Was gefällt dir / fasziniert dich so sehr am kreativen Schreiben?
Ich finde es einfach toll, dass man sich beim Lettering nicht nur mit dem gewählten Spruch ausdrücken kann, sondern eben auch durch Farben, Größen, Schriftarten, Dekoration, usw. Gerade deshalb finde ich Lettering-Challenges auch so toll. Ein Spruch wird von uns allen auf so viele verschiedene Arten gestaltet. Es steckt eben immer ein bisschen Persönlichkeit mit drin.

Woher holst du dir die Ideen zum Lettern?
Größtenteils auf Instagram oder Pinterest. Aber Letterings findet man mittlerweile überall. Poster in Geschäften, Tafeln im Café oder auch auf T-Shirts, Büchern, und und und … Ich halte immer die Augen offen und wenn mir etwas gefällt fotografiere ich es schnell. Ein hoch auf Smartphones!
Wie gehst du vor bei einem Lettering?
Ich starte immer mit einer kleinen, groben Bleistiftskizze auf einem Schmierblatt. Längere Zitate teile ich mir ein und schaue wie ich sie gerne angeordnet hätte, überlege mir, ob ich gewisse Teile vielleicht durch eine andere Schrift oder Größe hervorheben möchte. Das übertrage ich dann wieder mit Bleistift auf mein Papier und male es dann nach. Bleistiftlinien wegradieren und fertig. In den seltensten Fällen male ich einfach drauf los. Dafür bin ich dann doch etwas zu perfektionistisch.

Welche „Technik“ bevorzugst du?
Ich hab meine Lieblings Technik oder meinen Stil noch nicht wirklich gefunden. Ich probiere mich so quer durch, wie man auch auf Instagram erkennen kann. Aber zurzeit mag ich es total mit Pinsel und Wasserfarben zu lettern. Ich find es toll, dass man dabei unendlich viele Farbmöglichkeiten hat und nicht nur auf „ein paar“ Stifte beschränkt ist.

Mit welchem Material letterst du am liebsten? (Stift, Papier, …)
Wie gesagt ist der Pinsel momentan mein Lieblingswerkzeug. Da benutze ich Pinsel von Rico Design Art School in den Größen 0-4. Ansonsten benutze ich gerne den Fudenosuke von Tombow für kleinere Letterings. Für größere mag ich die Ecoline Brushpens ganz gerne. Was Papier angeht, teste ich mich noch durch und hab keine wirklichen Favoriten.
Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste, damit ein Lettering schön aussieht?
Puh, das ist eine schwierige Frage. Klingt es kitschig, wenn ich jetzt sage: ganz viel Liebe? Ich bin echt der Meinung, wenn man Liebe hineinsteckt, mit dem Herzen dabei ist und sich ganz viel Mühe gibt, wird es immer schön!
Klar, gibt es auch noch so Sachen wie die Gleichmäßigkeit und Ausgewogenheit der Abstände, Größen und Lücken. Aber auch ganz chaotische Bilder können meiner Meinung nach gut aussehen. Ich finde allerdings, dass man mit der Präsentation immer noch einiges rausholen kann. Gutes Licht, ein paar Accessoires, die dein Lettering perfekt in Szene setzen und es sieht gleich viel besser aus.

Welche Tipps & Tricks helfen dir am Meisten?
Ich weiß, das will wirklich keiner mehr hören, aber einfach ganz viel Übung! Anfangs habe ich immer versucht andere Letterings nachzumachen, bis man selber den Dreh raus hat. Auch heute gucke ich mir immer noch einiges von anderen ab, wenn mir was gefällt. Man lernt durch Nachahmung. Das ist bei allem so.
