Hallo, ich bin Verena, komme ursprünglich vom Niederrhein, lebe aber schon seit dem Studium in meiner Herzstadt Köln, unterbrochen nur von einer kurzen Zeit in Heidelberg, wo ich mein Referendariat gemacht habe. Ich arbeite als Lehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache. Neben meinem Sonderpädagogik-Studium, habe ich auch Germanistik studiert – die Sprache zieht sich also schon längere Zeit durch viele Bereiche meines Lebens.
Mein Name auf Instagram leitet sich übrigens von meinem Nachnamen ab und hat nichts mit meinem Charakter zu tun. 😉

Wie bist du zum Lettering gekommen?
Mit Stiften und schönem Papier konnte man mir schon als kleines Mädchen eine große Freude machen. Seit ich schreiben kann, habe ich viel mit meiner Handschrift experimentiert, sie im Teeniealter mehrmals gewechselt und immer wieder versucht, sie zu optimieren.
Mein Patenonkel fand, dass jemand, der Buchstaben ohnehin mehr malt als schreibt, auf jeden Fall etwas daraus machen sollte: Deshalb finanzierte er mir zu Beginn meines Studiums meinen ersten Kalligrafie- Kurs und meine ersten Federn.
Die Schriften, die ich damals gelernt habe, waren aber nicht unbedingt alltagstauglich und so ist das Hobby vor allem mit dem Eintritt ins Berufsleben immer weiter eingeschlafen.
Als ich zum ersten Mal von Handlettering hörte, war ich sofort wieder angefixt; das wollte ich auch machen. So entstand auch meine Liebe zu Brushpens.
Was gefällt dir / fasziniert dich so sehr am kreativen Schreiben?
Ich mag es, wenn Dinge schön aussehen. Beim Lettern kann ich meine Leidenschaft für das geschriebene Wort und das Schreiben verbinden und Worte schön in Szene setzen. Außerdem bietet mir das Lettern einen Ausgleich zu meinem manchmal nicht ganz unstressigen Beruf.

Woher holst du dir die Ideen zum Lettern?
Anregungen für den Aufbau von Letterings und für Details finde ich oft in den Werken Anderer auf Instagram. Für Sprüche und Zitate bieten natürlich die vielen tollen monatlichen Challenges auf Instagram Inspiration. Ideen zu Schriften und Schriftkombinationen finde ich oft auch im Alltag, in Zeitschriften, auf Werbetafeln usw.
Wie gehst du vor bei einem Lettering?
Als erstes schreibe ich den Satz, den ich lettern möchte, einmal mit einem Brushpen. Dabei fällt mir oft schon auf, welche Wörter ich hervorheben möchte. Ich mache dann ein paar Skizzen, um zu schauen, wie sich der Satz oder das Zitat schön anordnen lässt. Dabei habe ich auch oft schon im Kopf, was sich als kleine Zeichnung anbietet oder welche Schmuckelemente das Lettering vielleicht aufwerten könnten.
Wenn ich mit einem Entwurf zufrieden bin, versuche ich, ihn in Reinform zu bringen. Dazu benutze ich seit einiger Zeit fast immer ein Lightboard: unter das Papier, auf das ich lettern möchte, lege ich ein kariertes Blatt und zeichne mir dann meistens noch Hilfslinien mit dem Lineal. Ich geben zu, das ist ganz schön akribisch und ich beneide jeden, der sofort drauflos lettern kann – bei mir funktioniert das leider nicht. 😉

Welche „Technik“ bevorzugst du?
Ich schreibe am liebsten mit dünnen Brushpens. Bei vielen ist es vielleicht genau umgekehrt: Faux Calligraphy habe ich erst vor einiger Zeit für mich entdeckt. Mit dickeren Brushpens lettere ich nicht so gerne, benutze die wasservermalbaren aber ab und an für die Gestaltung von Hintergründen etc.

Mit welchem Material letterst du am liebsten? (Stift, Papier, …)
Mein liebster (und meistverwendeter) Stift ist der Tombow Fudenosuke hard, davon habe ich mir vorsichtshalber schon einen ganzen Vorrat angelegt. Obwohl ich bereits einige Papiere durchgetestet habe, lande ich immer wieder ganz klassisch bei dem Papier von Clairefontaine.
Aber ich probiere auch gerne Neues aus; seit einiger Zeit habe ich zum Beispiel einen Aquarellfarbkasten, der für mich aber noch absolutes Neuland ist.
Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste, damit ein Lettering schön aussieht?
Ich finde, das Gesamtbild muss harmonisch wirken. Ich versuche, nicht zu viele Schriftarten auf einmal zu verwenden, die Abstände zwischen den Wörtern und Zeilen gleichmäßig zu halten und nicht zu große Zwischenräume entstehen zu lassen.

Welche Tipps & Tricks helfen dir am Meisten?
Mir hilft es, bei meinen Vorbildern auf Instagram ganz genau hinzuschauen: Was gefällt mir besonders gut an einem Lettering? Hat derjenige Buchstaben auf eine besondere Art und Weise geschrieben, die mich fasziniert? Oder vielleicht eine besonders harmonische Mischung aus Schriften verwendet?
Interessant finde ich auch Video-Tutorials, in denen man zum Beispiel die Stifthaltung sieht; aber auch Bücher über Handlettering und vor allem solche mit Anleitungen zum Zeichnen haben mir schon gute Anregungen gegeben.
Insgesamt verstehe ich mich selbst noch in einem Lernprozess und möchte noch jede Menge ausprobieren.
