Hallo Zusammen! Ich bin Andrea, komme aus Basel, bin eigentlich Psychologin und angehende Psychotherapeutin. Ich liebe den Sommer, Pizza und mein Ipad und hasse Käse, winterliche Temperaturen und zu viele kitschige «motivational Quotes». Ich versuche, wenn es möglich ist, alles selbst zu machen oder zumindest auszuprobieren. Egal was!

Wie bist du zum Lettering gekommen?
Ich glaube das war 2016. Ich hatte keine Lust mehr, ein Vermögen für eine schöne Geburtstagskarte auszugeben, die sowieso nach einem Jahr wieder im Müll landet. So habe ich beschlossen «Ich mach das selbst» und dann zuerst einmal gemerkt, dass es doch nicht so einfach ist. Nach viel Üben und gefühlten 1000 neu abonnierten Instagram-Accounts wurde es dann langsam zu einem permanenten Hobby.
Was gefällt dir / fasziniert dich so sehr am kreativen Schreiben?
Ich mag es, dass ein völlig neutraler Buchstabe plötzlich eine emotionale Wertung bekommen kann. Auch bei ganzen Worten kann man durch Farben und Stile eine völlig harmonische oder auch kontrastreiche Wirkung erzielen.
Vor allem liebe ich es, wenn sich das Lettering vom Inhalt des Wortes unterscheidet und so einen Kontrast bildet. Daher kam mir auch die Idee für meinen zweiten Account @writtenwithmud, auf welchem ich mich diesbezüglich austoben kann, wenn mir danach ist.
Zusätzlich ist das Lettern für mich fast schon meditativ und ein Weg meine Balance zu halten.

Woher holst du dir die Ideen zum Lettern?
Auf Instagram oder seltener auch Pinterest. Ich habe auf dem Handy einen Ordner voll mit gespeicherten Inspirations-Bildern. Gelegentlich finde ich auch Inspiration in der Stadt, auf Plakaten oder Schildern.

Wie gehst du vor bei einem Lettering?
Das ist ganz verschieden. Meist kritzle ich einfach mit einem Bleistift oder auf dem Ipad drauf los und sehe, was sich dann entwickelt. Soll es jedoch geordneter ablaufen für beispielsweise einen Auftrag oder eine Geburtstagskarte, ist vorzeichnen und abmessen bei mir ein MUSS! Ich kann zwar gut einparken, aber beim Einschätzen der Mitte bei einem Lettering bin ich ein hoffnungsloser Fall.
Welche „Technik“ bevorzugst du?
Keine konkrete, ich probiere gerne und viel aus. In gewissen Techniken habe ich schon mehr Übung und einige möchte ich gerne verbessern. Aquarellieren und Folieren stehen weit oben auf meiner To-Do Liste.

Mit welchem Material letterst du am liebsten? (Stift, Papier, …)
Momentan schätze ich mein Tablet sehr, um Ideen auszuprobieren ohne Papier zu verschwenden. Oft zeichne ich eine Idee zuerst auf dem Tablet vor und übertrage sie dann auf Papier.
Analog gehört der Pinsel und die Finetec Wasserfarben (Gold!), die Ecoline Brushpens und auch die Gelly Roll Gelstifte zu meinen Lieblingen.
Mittlerweile würde ich auch sagen, dass Tassen beschriften mehr Liebe als Hass ist.

Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste, damit ein Lettering schön aussieht?
Das ist eine schwierige Frage. Grundsätzlich mag ich, wenn ich eine Idee oder Konzept hinter einem Lettering erkenne. Meiner Meinung nach sollte ein einzelner Schreibstil in sich stimmig sein, kann aber mit anderen Stilen gut ergänzt werden. Ein Mix aus zu vielen Stilen ist für mich jedoch zu «wild».
Des Weiteren finde ich es immer toll, wenn Lücken sinnvoll genutzt werden. Es gibt einige Künstler und Künstlerinnen, die dann wunderschöne Blümchen zwischen den Worten zeichnen, ich persönlich beschränke mich (noch) auf Punkte und «Tropfen».
Welche Tipps & Tricks helfen dir am Meisten?
Auch wenn es mir schwerfällt: Geduldig zu sein und nicht immer nach Perfektion zu streben. Ich werde ab und zu wieder durch die Community daran erinnert.
