Du willst besser werden im Lettering? Dann brauchst du diese neuen Stifte nicht!

Noch mehr! Noch neuer! Noch toller!

Tagtäglich sind wir unzähligen Werbeversprechen ausgesetzt. An jeder Ecke auf dem Weg zur Arbeit und nach gefühlt jedem Klick im Internet leuchtet wieder irgendein Versprechen: „Nimm mich!“

Oh ja, auch ich lasse mich manchmal gerne verführen. Das Neuste und Tollste besitzen – wer mag das schon nicht?

Es braucht einen Klick – und schon gehört das neuste Prachtstück dir. Wie genial!

Dumm nur – wenn dein neuster Erwerb schon nach kurzer Zeit Staub ansetzt. Nicht gebraucht, nicht beachtet wird.

Schon wieder neue Stifte?

Gerade in der Kreativszene gibt es sooooo unglaublich viel Material und die Verführung ist meistens nicht weit weg.

Ich gestehe dir: Ich kenn das sehr gut! In meinem Schubladenstock liegen Stifte. Einige Stifte. (Okay, es sind hunderte Stifte. 🙈)

Und klar, ich brauche diese Stifte. Zumindest einen Teil davon. Und ja, einige wenige brauch ich sogar regelmässig.

Aber: Der grösste Teil der Stifte in meiner Schublade verstaubt. Benutze ich, wie ich ehrlicherweise zugeben muss, nur sehr selten.

Es gibt immer wieder Zeiten, bei denen gerade auf Instagram ein Stift (oder nimm irgendein anderes Kreativmaterial) so richtig gehypt wird. Und ja, wenn du einen Stift in gefühlt jeder zweiten Story siehst, dann habe zumindest ich das Gefühl, dass ich den unbedingt auch ausprobieren will.

Aber je länger ich lettere, desto weniger habe ich das Bedürfnis, diesen neuen Stift jetzt auch noch unbedingt haben zu müssen.

Bild mit vielen verschiedenen Brush Pens und der Schrift: Noch mehr neue Stifte?

→ Hinweis: Wenn ich in diesem Artikel von Stiften spreche, meine ich damit hauptsächlich Brush Pens und somit das Brush Lettering. Weil mir das da am meisten auffällt.

Vielleicht geht oder ging es dir auch so: Gerade als Anfänger:in gibst du wahrscheinlich viel Geld aus für Stifte und anderes Kreativmaterial.

Und nebst dem, dass natürlich Kreativmaterial und verschiedene Stifte immer irgendwie toll sind, ist mir in letzter Zeit ein Hauptgrund aufgefallen, weshalb Leute neue Stifte kaufen:

„Mit diesem einen Stift werde ich bestimmt besser!“

Du hast schon erste Erfahrungen gemacht im (Brush) Lettering und bist eigentlich auch völlig begeistert. Es sieht sooooo toll aus, wenn du die Letterings von anderen anschaust.

Nur – so der Vergleich zwischen deinem Lettering und einem Lettering, welches du auf Instagram siehst, macht dich weder richtig zufrieden noch glücklich.

Also denkst du dir: „Das liegt bestimmt am falschen Stift. Ich muss einfach diesen einen Stift (den ich auf Instagram gesehen habe und mit welchem Person X ein wunderschönes Lettering gemacht hat) noch haben und ich werde auch so schön lettern können!“

So leid es mir tut: Das ist ein Trugschluss und einfach nicht wahr.

Mit einem neuen Stift wirst du bzw. dein Lettering nicht automatisch besser!

Frau mit verzweifeltem Gesicht - frustriert vom Lettering

Es ist nicht das Material – sondern die Technik

Nur weil du mit demselben Brush Pen letterst wie jemand, der das richtig gut kann (und meistens auch schon jahrelang macht!), kannst du das leider nicht automatisch gleich gut.

Ja, das Material ist wichtig und es ist wichtig, dass du einen Brush Pen findest, der dir liegt und den du magst. Dazu musst du aber nicht alle Stifte die es gibt ausprobieren.

Das, was entscheidend ist für deinen Erfolg beim Lettering, ist die Technik dahinter. Wenn du die Technik verstehst, ist der Stift nur zweitrangig.

Ein Brush Pen ist schlussendlich „nur“ das Werkzeug.

Natürlich macht es einen Unterschied, ob du gutes oder schlechtes Werkzeug benutzt.

Nehmen wir mal ein Beispiel aus dem Baumarkt. Es gibt Bohrmaschinen für 50.- und es gibt Bohrmaschinen für 200.-. Und ich habe mir sagen lassen, dass es mit einer „guten“ Bohrmaschine schon etwas einfacher ist, ein Loch in die Wand zu bohren. Aber wenn du dann ein schräges Loch bohrst – dann ist das Loch einfach schräg. Völlig egal, wie viel du jetzt für die Bohrmaschine ausgegeben hast. Eine teure Bohrmaschine hilft dir nicht automatisch, ein gerades Loch zu bohren.

Ich hoffe, du verstehst, was ich mit diesem Beispiel sagen will: Werkzeuge bringen dich nicht automatisch weiter, du musst die Technik dahinter verstehen. Sonst bringt auch das „beste“ Werkzeug nichts.

Klar, der richtige Stift kann auf alle Fälle einen Unterschied machen. Aber solange du die Grundlagen nicht kennst und beherrscht spielst es keine (grosse) Rolle, mit welchem Stift du dich an Lettering herantastest.

Gewöhnung

Wenn du immer wieder neue Stifte ausprobierst, dann heisst das, dass du dich nicht an einen Stift gewöhnen kannst.

Ich spreche jetzt hier hauptsächlich von Brush Pens, aber schlussendlich gilt das auch für Fineliner und Co.

Jeder Stift hat seine speziellen und individuellen Eigenarten.

Vergleichen wir doch mal den Tombow Fudenosuke und den Pentel Brush Sign Pen. Zwei kleine Brush Pens, die ich Anfänger:innen gerne empfehle, wenn sie mit Brush Lettering beginnen.

Da haben wir einerseits die offensichtlichen Unterschiede, wie die Farbauswahl. Aber auch im Handling sind die Brush Pens unterschiedlich.

Der Tombow Fudenosuke (hard) ist ziemlich hart und daher fällt es dir wahrscheinlich ziemlich leicht, einen schön dünnen Aufstrich damit zu gestalten. Der Übergang zwischen einem Auf- und Abstrich hingegen ist schwieriger, weil der Stift eben ziemlich hart ist. In meinen Lettering Kursen ist das immer wieder Thema: Die Übergänge werden leicht kantig oder sogar etwas abgehackt.

Der Pentel Brush Sign Pen hingegen ist etwas weicher und daher ist es auch schwieriger, einen schön dünnen Aufstrich zu lettern. Der Übergang zwischen dem Auf- und Abstrich hingegen ist einfacher, weil der Stift die Übergänge etwas „smoother” macht.

An dieser Stelle kannst du dir daher z.B. die Frage stellen: Was fällt dir grundsätzlich schwerer? Dann entscheide dich für den Stift, der dir besser dabei hilft.

Ja – du kannst mit beiden Stiften schön lettern. Aber du musst dich an die Eigenarten eines Stiftes gewöhnen. Das braucht Zeit.

Und das müssen übrigens alle – egal ob Anfänger:in oder Profi. An einen (neuen) Stift muss man sich immer gewöhnen.

Debby mit Stift am überlegen

Weitere Gründe, warum du nicht immer die neusten Stifte haben musst

Es gibt natürlich noch weitere Gründe, weshalb du nicht immer die neusten Stifte haben musst.

Stifte trocknen aus

Stifte trocknen aus. Nicht von heute auf morgen. Aber mit den Jahren trocknen Stifte aus. Einige etwas schneller, andere etwas langsamer. Irgendwann ist dann die Lebensdauer von einem Stift erfüllt. Je weniger Stifte du hast, desto mehr hast du also schlussendlich von jedem einzelnen Stift.

Platzprobleme

Phuu – ich weiss ja nicht, wie es dir geht. Aber meine Stifte-Sammlung ist tatsächlich ziemlich gross. Und sie braucht vor allem ziemlich viel Platz!

Ich hab immerhin das Glück, dass ich ein Kreativ-Zimmer habe. Ja, da hat es Platz für die Stifte. Ich will mir aber gar nicht vorstellen, wie man seine Stifte als Letter Lover unterbringen kann… Wenn man kein eigenes Kreativzimmer hat?

Übersicht

Wenn du viele Stifte hast, dann frag dich doch mal: Weisst du überhaupt, welche Stifte du besitzt? Oder könnte es eventuell sein, dass irgendwo noch Stifte rumliegen, von denen du gar nicht mehr weisst, dass du sie besitzt?

Umwelt

Du schonst die Umwelt. Das ist gar nicht so weit hergeholt, wie du vielleicht im ersten Moment denkst.

Stifte bestehen im Regelfall aus Plastik. Ein Rohstoff, der nicht nachwächst.

Je mehr Stifte also bei dir zu Hause einfach so rumliegen, desto mehr Rohstoffe werden verschwendet. Irgendwann sind die Stifte dann ausgetrocknet und du schmeisst sie weg. Es gibt Abfall.

Das kannst du vermeiden, wenn du den Stift gar nicht erst kaufst.

Verpasse ich jetzt etwas? (FOMO)

FOMO: Fear of missing out – oder auch: Die Angst, etwas zu verpassen. So Leid es mir auch tut… Die Welt geht nicht unter, wenn du diesen bestimmten Stift nicht hast. (Und vor allem: wenn du ihn dann sowieso nicht brauchst…) Das ist ein Punkt, den ich mir immer und immer wieder sagen muss. Und zumindest mir hilft es, wenn ich mal wieder in Versuchung bin, den neusten gehypten Stift kaufen zu wollen.

Und sind wir ehrlich: Wahrscheinlich besitzt du ziemlich schnell so viele Stifte, dass du irgendwo bestimmt auch eine Alternative findest.

Schublade mit vielen verschiedenen Brush Pens

Investition in dich anstatt in Stifte

Warum investieren wir eigentlich so gerne und so schnell in neues Material… Aber selten mal in uns selber?

Wenn wir beim Thema Kreativität und Lettering bleiben: Wann hast du das letzte Mal einen Stift gekauft? Und wann hast du das letzte Mal einen Lettering Kurs besucht und dich und deine Fähigkeiten weiter gebildet?

Dieser Punkt war zumindest bei mir ein ziemlicher Gamechanger und hat mich wirklich weiter gebracht mit meinem Lettering.

Als ich mit Lettering begonnen habe, musste ich unbedingt immer und sofort die neusten Stifte haben. (Damals gab es immerhin noch nicht so eine riesige Auswahl wie heute, aber dafür gab es regelmässig immer wieder neue Brush Pens auf dem Markt.)

Kurse hab ich keine gebucht, ich hab mir alles selber beigebracht. Irgendwann durfte ich aber erkennen – dass es umgekehrt eigentlich viel mehr Sinn macht. Und mich vor allem viel weiter bringt. Und das erst noch viel schneller.

Alles, was ich in mich, meine Fähigkeiten, mein Wissen und mein Können investiere, das kann mir niemand wegnehmen. Das bleibt in mir.

Ich muss gar nicht immer so viel in Dinge und Material und Stifte investieren. Viel lieber investiere ich in mich.

Diese Erkenntnis hat mich schlussendlich auch an den Punkt gebracht, an dem ich heute bin.

Investitionen in dich selbst sind so viel nachhaltiger und wertvoller als das nächste Material oder Werkzeug.

Mit Investition meine ich übrigens nicht nur finanzielle Investitionen, sondern auch zeitliche Investitionen. Auch meine Zeit kann ich entweder darin investieren, einen neuen Stift zu suchen, bestellen und kennenzulernen oder aber darin, mit dem, was ich schon habe, besser zu werden.

Debby mit Stiften in der Hand - welchen soll ich jetzt nehmen?

Was hilft denn, um besser lettern zu können?

Du liest in diesem Artikel ganz viele Gründe, warum es zu 95 % NICHT am Stift liegt, dass du nicht zufrieden bist mit deinem Lettering.

Also habe ich dir hier meine besten Tipps, die dir wirklich helfen, um besser zu werden.

Die richtige Technik

Diesen Punkt habe ich ja oben schon erwähnt. Setze dich mit der richtigen Technik auseinander. Du musst verstehen, wie Brush Lettering funktioniert. Worauf du dich achten musst und was wichtig ist.

Die richtigen Tipps und Tricks bzw. Anleitungen

Es gibt unglaublich viele (kostenlose) Anleitungen. Im Internet – oder auch in Büchern. Du kannst ganz viel Wissen rund ums Brush Lettering aus Artikeln und Videos und Büchern zusammen suchen. Und das lohnt sich.

Pass aber auf: Nicht immer ist die Qualität von Anleitungen gut, vor allem wenn es um kostenlose Angebote geht. Das gäbe nochmal einen spannenden separaten Artikel – über den Unterschied zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Angeboten (im Internet). Aber sei dir einfach bewusst: Nicht alles ist Gold was glänzt. Und manchmal wirst du auch gegensätzliche Infos hören/lesen.

Auch hier auf dem Blog findest du viele Tipps rund ums Brush Lettering. Schau doch mal hier: 7 Tipps für ein schöneres Brush Lettering

Üben, üben, üben

Ich weiss – ich komme immer und immer und immer wieder mit dem Üben. Aber daran führt nun mal einfach kein Weg vorbei. Nur vom Anschauen von schönen Letterings oder vom Lesen von Anleitungen wirst du nicht besser. Du musst ins Tun kommen, deinen Stift in die Hand nehmen und selber lettern. Das ist der eine Punkt – der dich immer am besten und schnellsten vorwärts bringt.

Debby am Alphabet lettern mit Brush Lettering

Fazit

Um besser lettern zu können, brauchst du den richtigen Stift. Den sollst du auch finden und es spricht nichts dagegen, wenn du verschiedene Brush Pens in verschiedenen Grössen besitzt – oder mal ausprobierst. So findest du raus, welcher Stift dir besser oder weniger gut liegt.

Aber wenn es nicht so recht klappt mit dem Lettering – dann ist in den allermeisten Fällen nicht der Stift schuld. (Auch wenn es natürlich immer schön ist, wenn man einem Stift die Schuld geben kann… Kann ich schon verstehen 😉)

Entscheide dich, wo du investierst! Gibst du dein Budget lieber für neue Stifte – oder für gutes Wissen und fundierte Anleitungen aus? Investierst du deine Zeit mit der Suche nach noch besseren Stiften – oder nach guten Tipps und Anleitungen, die dich weiter bringen?

Und wenn du jetzt denkst: Ich möchte gerne mehr in gute Tipps investieren – dann lies doch mal meinen Artikel mit 7 Tipps, wie du dein Brush Lettering verbessern kannst. Oder setze dich mit den 5 grössten Fehlern auseinander, die Anfänger:innen beim Brush Lettering häufig machen.

Und um das ganze Thema abzuschliessen:

So sehr wir uns manchmal auch gerne und schnell verführen lassen… Es braucht nicht immer die neusten Stifte und Farben und „füge hier an, was du sonst noch unbedingt brauchst…“ Dafür macht es übrigens umso mehr Spass, wenn du dir nach einer längeren Zeit mal wieder neue Stifte gönnst 😉

Profilbild Debby - Kreativ Kopf hinter der Herz-Kiste

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