Hallo Ihr Lieben,
Mein Name ist Conny. Bei Instagram findet ihr mich unter dem extremst kreativen Namen @_conny_k_ *grins*
Ich bin 37 Jahre jung, verheiratet mit meinem liebsten Göttergatten, habe keine Kinder dafür aber zwei Kaninchen, die regelmäßiges „Kampfknuddeln“ über sich ergehen lassen müssen *lach*. Meine Heimat ist das schönen Siegerland, wo ich auch im Bereich Maschinenbau arbeite. Konkret bin ich im Anlagenverkauf für die Auftragsabwicklung zuständig.
Neben dem Lettering habe ich noch zahlreiche andere Hobbies. Wobei hier an erster Stelle das Geocaching, d.h. die satellitengestützte Schnitzeljagd, steht. Ansonsten kann ich mich für jegliche Art von kreativer Arbeit begeistern, seien es Stricken, Nähen, Patchwork, Holzarbeiten oder Malen, irgendetwas bin ich immer am wurschteln *grins*

Wie bist du zum Lettering gekommen?
Tja, eigentlich wollte ich mich ja „nur“ etwas besser organisieren und habe mir dafür einen Filofax angeschafft… Dumm nur das „nur“ bei mir schon mal ungeahnte Folgen haben kann – so auch in diesem Fall… *grins*
Da mir die Standardvorlagen nicht gefielen habe ich im Netz gekramt, was ggf. an Alternativen zur Verfügung steht. Ich war einfach nur fasziniert wie kreativ und individuell manche Leute ihren Terminplaner gestalten. Vor allem die tollen Handschriften hatten es mir angetan und so kam es wie es kommen musste und ich stolperte über die Seite von Frau Hölle…
Ich denke, ich brauche nicht zu erwähnen, dass es danach kein Zurück mehr gab…
Was gefällt dir / fasziniert dich so sehr am kreativen Schreiben?
Wie soll ich das erklären…
Ich finde es total faszinierend, wie die bewusste Gestaltung eines Wortes dessen Bedeutung noch einmal besonders hervorheben oder eine bestimmte Stimmung ausdrücken kann. So ist z.B. das Wort „Beautiful“ für mich immer verknüpft mit etwas zierlichem, Schnörkeligen. Eine eckige und kantige Schriftart würde ich daher für dieses Wort eher nicht verwenden.
Toll finde ich auch, dass man durch das Lettering Zitate und Sprüche besonders gut in Szene setzen kann. Habe ich schon erwähnt, dass ich Zitate liebe *grins*
Und dann ist da noch ein anderer, für mich ganz wichtiger Punkt.
Beim Lettering kann ich komplett abschalten! Für mich ist es pure Entspannung, da ich alles andere ausblenden kann und über nichts Anderes mehr nachdenke als über den nächsten Pinselstrich. Einfach klasse!

Woher holst du dir die Ideen zum Lettern?
Das ist ganz unterschiedlich. Meist habe ich schon eine grundlegende Idee wie mein Lettering aussehen soll. Daher versuche ich inzwischen bewusst zunächst ein komplett eigenes Bild zu entwickeln.
Schwierig wird es, wenn ich eine geeignete Schriftart für ein bestimmtes Wort suche. Hier habe ich die Internetseite dafont.com für mich entdeckt, in der ich regelmäßig rumstöbere. Das Tolle ist, dass man sich seinen eigenen Text in den unterschiedlichen Schriftarten anzeigen lassen kann und somit direkt sieht, ob Wort und Schriftart zusammenpassen.
Es gibt aber auch Texte, bei denen ich überhaupt keine Idee habe. In dem Fall wird bei mir zumeist Tante Google gequält, um mich für diesen konkreten Spruch inspirieren zu lassen. Irgendwie habe ich bei Instagram diesbezüglich den Dreh noch nicht so ganz raus *schnief*

Wie gehst du vor bei einem Lettering?
Ich bin jedes Mal auf’s Neue von den Videos begeistert in denen jemand innerhalb kürzester Zeit und frei Hand die tollsten Letterings zaubert – nur funktioniert das bei mir leider nicht…
Da ich in aller Regelmäßigkeit die Länge eines Wortes unterschätze oder die Anordnung der Worte nochmal verändere oder schlicht der Schnörkel nicht so ist, wie ich ihn mir vorstelle, bleibt mir eigentlich nichts Anderes übrig als vorzuzeichnen.
Daher habe ich mir inzwischen auch ein Lightpad (Huion L4S) gegönnt, was es mir ermöglicht nach extremer Radierwut das Lettering noch einmal sauber zu übertragen und dabei ggf. den Text noch besser zu positionieren. Hach, ich liebe das Teil heiß und innig…
Welche „Technik“ bevorzugst du?
Schwierig zu sagen, DIE Technik gibt es für mich eigentlich nicht. Mich hat Anfang Juni das „Letteringvirus“ erwischt und seitdem probiere ich alles Mögliche aus. Je nachdem welche Größe oder Farbe ein Wort haben soll greife ich entweder auf Brush-Pens zurück oder nutze Faux- Calligraphie. Neben Bleistift und Finelinern habe ich auch schon die Feder gequält oder versucht mit dem Pinsel zu schreiben. Letzteres war eine absolute Katastrophe…

Mit welchem Material letterst du am liebsten? (Stift, Papier, …)
Meine erste Anschaffung war ein Tombow ABT Dual Brush Pen, da dieser überall als das Nonplusultra dargestellt wurde. Ich habe aber sehr schnell merken müssen, dass das nicht mein Stift ist…
Losgelöst davon, dass die Pinselspitze total schnell ausgefranst war (meine Schuld, da wahrscheinlich falsche Technik und falsches Papier) kann ich persönlich mit dem Stift nur sehr großgeschriebene Worte sauber lettern. So habe ich dann schnell nach Alternativen gesucht…
Inzwischen nehme ich zum Vorzeichnen am liebsten den Faber-Castell Fallminenstift TK 9400 in 3B. Für das eigentliche Lettering kommen in den meisten Fällen die PIGMA MICRON Fineliner und die Pentel touch pens zum Einsatz. Spaß machen auch die flüssigen Wasserfarben von Ecoline.
Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste, damit ein Lettering schön aussieht?
Naja, Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters *grins*
Grundsätzlich finde ich aber Letterings die harmonisch angeordnet sind und dabei bewusst Akzente auf die Schlüsselworte setzen besonders toll. Wichtig finde ich auch, dass ein Spruch logisch aufgebaut ist, so dass der Betrachter diesen flüssig und ohne Probleme lesen kann. D.h. im Deutschen und Englischen sollten Texte von oben nach unten und von links nach rechts aufgebaut werden. Das hört sich im ersten Moment vielleicht total logisch an, wird in der „Gestaltungswut“ aber schon mal außer Acht gelassen. Hier mal ein Beispiel:


Welche Tipps & Tricks helfen dir am Meisten?
Ich finde vor allem die zahlreichen Videos auf Instagram total faszinierend und inspirierend und könnte diese stundenlang anschauen. Und ich liebe die Lettering-Challenges auf Instagram, auch wenn ich mir zeitbedingt leider immer nur eine rauspicken kann…
Challenges finde ich vor allem deshalb interessant, weil man tagtäglich am Lettern dranbleibt und über die Tour immer mehr Übung bekommt. Und da eine Vielzahl von Leuten den gleichen Text kreativ umsetzen habe ich die Möglichkeit zu vergleichen – und das meine ich wirklich nur im positiven Sinne! Wenn ich mir ein Bild anschaue, was mir besonders gut gefällt, versuche ich herauszufinden, warum dies so ist, versuche die Idee dahinter zu erkennen, mir einen besonders tollen Schriftstil oder ein schönes Dekoelement zu merken und mich so weiterzuentwickeln.
