Hi, ich bin Ilona, 50 Jahre alt und lebe mit meiner Familie & Hund in Köln. Farben, Basteln, Handarbeiten & Handwerk spielten bereits früh eine Rolle und hatten immer einen festen Platz in meinem Leben.
Mit einem eigenen Shop für Kartengestaltung lebte ich sieben Jahre lang meinen Traum und blicke dankbar auf diese Zeit und die wunderbaren Menschen die ich kennenlernen durfte zurück.
2016 fing ich mit Bullet Journal an und verliebte mich schnell in Brush- und Handlettering – eine Leidenschaft, die bis heute anhält und die ich mit Freude weitergebe.

Wie bist du zum Lettering gekommen?
Schöne Schriften z.B. auf Plakaten fand ich schon immer toll, als Jugendliche hatte ich mich auch mal mit Kalligraphie befasst, es aber letztlich nicht weiter verfolgt.
Brushlettering fiel mir erst so richtig ins Auge, als ich im Herbst 2016 mit Bullet Journal anfing. Auch wenn dies für ein Bullet Journal grundsätzlich nicht notwendig ist, war ich fasziniert davon, wie toll selbst einfachste Layouts mit Brushlettering-Überschriften aussehen. Mir gefiel die Idee eventuell selber so schöne Akzente in meinem Bujo setzen zu können und startete im Januar 2017 mit den freien Vorlagen von Becca Courtice (The Happy Ever Crafter) – den Drills/Grundübungen. Das war zugegeben am Anfang ziemlich dröge ABER letztlich sehr nützlich, eigentlich sogar essenziell.
Einmal infiziert nutzte ich ich jede sich bietende Gelegenheit „rumzulettern“, Einkaufszettel, Notizen, jede Menge vollgeschriebene Collegeblöcke. Die Teilnahme an Instagram Challenges war dabei auch eine große Hilfe und Motivation am Ball zu bleiben, Kontakte zu anderen Lettering Begeisterten zu knüpfen und sich gegenseitig zu ermutigen – und daran hat sich bis heute nichts geändert ❤

Was gefällt dir / fasziniert dich so sehr am kreativen Schreiben?
Ich schätze sehr den entspannenden Effekt, wenn ich mich mit Kopfhörer und Lieblingsmusik an den Schreibtisch zurückziehe, eigentlich sogar komplett ausklinke und die Zeit vergesse. Das ist so‘n bisschen wie ein MiniUrlaub für die Seele.
Absolut fasziniert bin ich davon, dass man durch die Art der Gestaltung, der Auswahl der Stifte, Farben, Muster, Formen, Schriften, Techniken und Kompositionen Sinn und Inhalt einer Botschaft verstärken oder verändern und Emotionen ausdrücken kann.

Woher holst du dir die Ideen zum Lettern?
Natürlich inspirieren mich all die bezaubernden Werke und Ideen wunderbarer Künstler in den sozialen Medien, meine Umgebung und die Farben und Formen der Natur.
Ich glaube aber auch fest daran, dass in jedem von uns Inspiration schlummert. Manches mal verbringen wir viel Zeit mit Suchen und übersehen allzu leicht dabei die eigenen Ideen, Vorstellungen und Möglichkeiten, die in uns uns stecken. Natürlich fließen auch dort alle Eindrücke unbewusst und bewusst zusammen.
Kreativität ist ein fortlaufender Prozess von Nachahmung, ausprobieren, verwerfen, ändern bis hin dazu seinen eigenen Stil zu finden – das alles braucht seine Zeit und die soll und muss man sich nehmen.
Wie gehst du vor bei einem Lettering?
Sprüche unterteile ich zunächst in Abschnitte und überlege mir auf welche Wörter ich den Focus legen möchte. Oft habe ich schon beim Lesen eine Vorstellung davon in welchem Stil und mit welchen Stiften, Farben etc. ich den Spruch gestalten möchte und manches mal entwickelt sich das erst beim Anfertigen der Bleistift-Skizze. Diese arbeite ich aus, fertige davon einen finalen Entwurf und übertrage diesen mit Fineliner aufs gewünschte Papier und fülle die Wörter aus. Zum Schluß füge ich Schatten, Highlights und „messy strokes“ hinzu und manches mal auch kleine Zeichnungen oder Verzierungen.

Welche „Technik“ bevorzugst du?
Ohje, lach, ich habe ganz viele Lieblingstechniken und der Tag leider nicht genügend Stunden. Im analogen Bereich liebe ich alle möglichen Blendtechniken und habe ein Faible für Glitter Gel Pen Blending und fürs Blenden ohne Blender oder Pinsel z.B. mit Ecoline oder Tombow Brushpens. Aber auch das Colorieren und Illustrieren mit Chameleon Marker bereitet mir viel Freude.
Digitales Lettering macht mir grundätzlich auch viel Spaß, allem voran Chalk Lettering. Aber nach einer recht intensiven Zeit mit digitalem Lettering und Illustrationen, nutze ich das iPad momentan eher für papiersparende Entwürfe oder zum Erstellen von Vorlagen.

Mit welchem Material letterst du am liebsten? (Stift, Papier, …)
Die Liste könnte tatsächlich sehr lang werden, aber ich versuche mich kurz zu halten. Mein all time Lieblingsstift für kleines Brushlettering ist der Tombow Fudenosuke mit der harten Spitze dicht gefolgt vom Sign Pen Brush von Pentel. Aber auch Tombow ABT, Artline Stix, Ecoline und Karin Brushpens mag ich sehr.
Mein absolutes Lieblingspapier für Brushpens ist das Bristol smooth von Strahtmore – wunderbar glatt, hell und gleichzeitig toll zum Blenden dicht gefolgt vom Imagine MixMedia von Canson.
Chameleon Marker gehören auch zu meinen Favoriten, ebenso Copic Marker. Auf den tollen Blending Cards von X-press it, hochweiß, superglatt, fest mit tollen Blending-Eigenschaften, kommen die Farben wunderbar strahlend zur Geltung.
Okay, jetzt wo die Liste eh schon was lang ist… für Glitter Stifte Blending benutze ich gerne Gelly Roll Stardust auf Aquarelle XL von Canson, darauf bleiben die Glitterpartikel schön haften und lassen sich gut verblenden.
Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste, damit ein Lettering schön aussieht?
Gute Lesbarkeit, ein harmonischer Aufbau und spürbare Leidenschaft & Freude am Lettern. Jedes Lettering hat etwas schönes, mal sind es einzelne Komponenten, die einem ins Auge springen und dann wiederum empfindet man das gesamte Lettering in sich rund und stimmig.
Schönheit ist sehr individuell und bei allen aufzählbaren Fakten die ein Lettering schön erscheinen lassen darf man nie vergessen, dass hinter jedem Lettering ein Mensch steckt, welcher sich Zeit genommen und Mühe, bisherige Erfahrung, Ideen & Herzblut in sein Lettering gesteckt hat. DAS macht es schön.

Welche Tipps & Tricks helfen dir am Meisten?
„Every expert was once a beginner“ – neben dranbleiben, üben (und üben und üben…) und alles ausprobieren kann es sehr hilfreich sein, sich in Erinnerung zu rufen, dass wir alle mal angefangen haben. Auch gibt es in meinen Augen kein „besser/schlechter als“, wir befinden uns alle einfach in unterschiedlichen zeitlichen Stadien.
Die Beginner von heute sind die alten Hasen von morgen und jedes weitere Ausprobieren und Lettering bringt uns einen Schritt weiter. Den eigenen Fortschritt zu visualisieren hilft auch sehr – entweder in Form von Fotos oder durch Verwahren von Übungsblätter, Sketches oder der Lettering Stücke selber.
Und letztlich und abschließend: versucht nicht jemand anderes zu sein, es ist vollkommen ausreichend man selber zu sein und das darf man den Letterings auch gerne ansehen.

Nur schön Deine Bilder und Mitteilungen.
Vielen lieben Dank Heidi! Ich finde die Bilder von Ilona auch immer so wunderschön =) Dir wünsche ich viel Spass beim Lettern =)
Liebe Grüsse, Debby