Letter Lovers: herzens.dame zu Gast
Edit: Carrie ist auf Instagram mittlerweile als @carriemorawetz unterwegs. Die Links im Beitrag sind angepasst.
Happy Freitag ihr Lieben!
Auch heute gibt es wieder Inspiration pur für euch! Zu Gast im Lettering Interview bei den Letter Lovers hab ich heute nämlich die liebe Carrie von @carriemorawetz. Carrie plaudert in diesem Beitrag über ihre Liebe zu den Buchstaben, erzählt euch wie sie zum Lettering gekommen ist (irgendwie voll romantisch ;-)) und natürlich verrät sie ihre Tipps und Tricks rund ums Lettering. Carrie zeigt euch zudem auch, wie ihr ganz einfach eine Watercolor Geburtstagskarte gestalten könnt. Einfach gemacht – aber ein toller Effekt.
Ich hasse Stillstand, ich liebe Bewegung. Vielleicht bin ich gerade deswegen so in Brushlettering verliebt? Mal geht es bergauf, mal bergab – am Ende kommt aber was Schönes raus.
Diese Sätze beschreiben mich schon ganz gut, nix kann mich erschüttern, denn auch jeder Patzer am Papier hat was Gutes und ich kann so kleine „Fehler“ gleich wieder in was Kreatives umwandeln. Manche meinen ich sei eine Lebenskünstlerin, immer positiv und eine Träumerin die ihr Happy End immer bekommt. Ich sage, ich bin die Carrie und ihr findet mich auf Instagram unter @herzens.dame – weil ich alles mache, was mein Herz mir sagt.
Wie bist du zum Lettering gekommen?
Es war 2016 und ich bekam einen Heiratsantrag – Gänsehaut an! So kam es, dass ich crazy in love beim Planen & Vorbereiten auf den Tag aller Tage auf einige wundervolle Lettering & Watercolor Instagramprofile gestoßen bin. Da dachte ich mir, na bumm! Jetzt wird Mäx nicht nur mich heiraten sondern auch noch zig Brushpens & Aquarellfarben. Ab da wurde täglich geübt, recherchiert und nochmal geübt. Mein Mann hat uns mittlerweile alle geheiratet.
Was gefällt dir / fasziniert dich so sehr am kreativen Schreiben?
Kennt ihr das, wenn ihr was macht und alles so automatisiert abläuft? Mich fasziniert am Lettering genau der konzentrierte Zustand. Fast würde ich meinen, dass es eine Art Meditation ist und gleichzeitig entsteht etwas wunderschönes und dann kann ich sagen. „Das habe ich gemacht.“ Wie cool ist das? Diese Frage muss man sich einfach nach einer Kreativsession stellen.
Woher holst du dir die Ideen zum Lettern?
Meine Ideen hole ich mir ganz unspektakulär von der Natur, beim Spazieren gehen, wenn ich weit weg von Pinterest & anderen Medien bin. Ideen überfluten mich auch immer, wenn ich reise – also dann, wenn mein Kopf in der Offlinewelt ist und ich meine Umgebung bewusst wahrnehme und Kleinigkeiten wieder mehr beachte, langsamer denke und die Dinge länger betrachte. Macht das Sinn?
Für mich hat sich schon seit längerem herauskristallisiert, dass ich mich auf Social Media zu sehr vergleiche und meine Arbeit zu sehr in Frage stelle. Daher ist mein heutiger Ansatz: Die echte Welt täglich entdecken & kreativ aufs Papier bringen.
Wie gehst du vor bei einem Lettering?
Eines vorweg – quick & dirty gibt es bei mir nicht. Bleistift, Radiergummi, Lineale, halbtransparentes Papier – das sind meine TO SURVIVE Materialien. Damit lege ich den Grundstein für mein Lettering – es gibt Raster, es gibt Skizzen es gibt einfach das volle Programm an Vorbereitung und ich liebe jeden einzelnen Schritt davon. Wenn ich mein Lettering als fertige Skizze habe, können wir über Farbtöne und Brushpens reden 😉 ich übertrage meine Skizze auf mein Papier oder andere Oberflächen und Schwung für Schwung bekommt mein Schriftzug Leben eingeflößt.
Welche „Technik“ bevorzugst du?
Derzeit bin ich ein sehr großer Fan von Watercolor-Lettering aber auch alle Blendingmethoden bringen mich zum kreischen, weil sie so gut sind. Ganz, ganz neu möchte ich mich auch mit einem trockenen Pinsel probieren – dazu werdet ihr bestimmt bald auf Instagram mehr dazu sehen. (ja, ich bin auch schon gespannt, was da raus kommt)
Mit welchem Material letterst du am liebsten? (Stift, Papier, …)
Sehr gerne verwende ich den Fudenosuke hard von Tombow, weil ich damit so einen unsauberen Effekt erziele und mir das den nötigen Edge verleiht (und ein bisschen edgy sollten wir doch alle sein).
Was ich am liebsten nutze kommt sehr stark darauf an, was ich am Ende haben möchte – ich glaube das ist an dieser Stelle die fast noch wichtigere Frage für mich. Was will ich machen, und was ist meine erste Wahl an Material dafür.
Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste, damit ein Lettering schön aussieht?
Ein sogenannter Flow & ein gutes Layout. Punkt.
Welche Tipps & Tricks helfen dir am Meisten?
Aufwärmen, aufwärmen, aufwärmen. Ich predige das bei jedem meiner Workshops und ich glaube es machen dann nur ganz wenige – dabei bringt es einfach so verdammt viel. Also wenn du das jetzt liest, dann wärme doch dein Handgelenk auf um noch ein Extraplus von mir zu bekommen.
Anleitung: Watercolor Geburtstagskarte
Eine kleine Inspiration die sehr einfach auf für Watercolor-Anfänger umzusetzen ist.
Das brauchst du:
- Aquarellpapier – empfohlene Stärke 250gr
- Bleistift, Radiergummi, Lineal & halbtransparentes Papier – für deine Skizze
- 3 Aquarellfarbtöne nach Wahl & schwarze Aquarellfarbe
- Aquarellpinsel – empfohlen Flachpinsel in Stärke 4, Rundpinsel Stärke 2
- klares Wasser
Schritt 1
Zeichne dir Linien, also einen Raster, auf dein halbtransparentes Papier um ein schönes Schriftlayout zu bekommen.
Statt “ Happy Birthday“ habe ich „Happy Omaday“ gewählt. Skizziere den Schriftzug mit Bleistift. Danach schraffierst du die Rückseite gleichmäßig & deckend und schneidest den Schriftzug aus.
Schritt 2
Nimm dir nun das Aquarellpapier, deine Farben, den Pinsel und das Wasser zur Hand.
Beginne dir deine Farben zurecht zu mischen (probiere immer zuerst auf einem Schmierzettel ob die Farbtöne auch gut zusammenpassen) und male einfach Kästchen am Rand deiner Karte. Diese können wild aneinander gereiht sein, groß und klein… wie du Lust hast.
Schritt 3
Wenn alles trocken ist, kannst du dir nun deinen Schriftzug greifen und ihn auf deine Karte mittig platzieren. Dann ziehst du alle Linien nochmal sanft mit dem Bleistift nach – so überträgst du dein Lettering auf das empfindliche Aquarellpapier.
Schritt 4
Mit schwarzer Aquarellfarbe kannst du nun dein Lettering nachmalen.
Voila – fertig.
Vielen Dank liebe Carrie für deine Antworten! Ich find das ja echt irgendwie romantisch, wie zum Lettering gekommen bist… Wozu Heiratsanträge doch alles gut sind… 😉 Die Watercolor Geburtstagskarte ist super simpel gemacht, und hat trotzdem den gewissen „Wow-Effekt“… Genau solche Projekte liebe ich =)
Ihr findet Carrie natürlich auf Instagram als @carriemorawetz. Viele weitere Interviews mit deutschsprachigen Letterer findet ihr bei den Letter Lovers. Alle Anleitungen aus dieser Serie findet ihr ebenfalls gesammelt auf einen Blick.
Habt einen wunderbar kreativen Tag!
Liebst, Debby
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